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Edgar Piel

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Biografie

Dr. phil.; geb. 1946 in Köln, Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft in Köln. Lebt seit 1980 in Baden-Württemberg - zuerst (1980 – 2009) als Sozialforscher und Pressesprecher des Instituts für Demoskopie Allensbach am Bodensee, seit 2009 in Tübingen.

Bücher: "Der Schrecken der 'wahren' Wirklichkeit. Zum Problem der Subjektivität in der modernen Literatur", München (Beck-Verlag) 1978; "Eine Generation später. Bundesrepublik Deutschland 1953 - 1979" (zusammen mit Elisabeth Noelle-Neumann), München, London, New York, Paris 1983; "Allensbacher Jahrbuch der Demoskopie" (Zus. m. Elisabeth Noelle-Neumann) München, London, New York, Paris 1983, "Elias Canetti. Ein Autorenbuch zum Gesamtwerk Canettis", München 1984; "Im Geflecht der kleinen Netze. Vom deutschen Rückzug ins Private." Zürich, Osnabrück 1987; "Wenn Dichter lügen. Literatur als Menschenforschung." Zürich, Osnabrück 1988.

In den 80er Jahren zahlreiche Rundfunkvorträge in der SWF-Reihe „Die Aula“

Hörspiele: „Sozusagen als Exempel“ (SWF/SR 1970), „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen (NDR 1972) "Brock" (WDR 1988), "Die Reise nach Wehhagen" (NDR 1989), "Malchers Wahn" (WDR 1988), "Die Niederlassung" (DRS, Zürich 1992), dasselbe auf Slowakisch (Radio Bratislawa 1995).

Ausstellungen
1997 "KÖRPER-BILDER" Malerei und Zeichnungen, im Haus der Unternehmerverbände Saarbrücken.
1998 Malerei und Zeichnungen, Galerie Monika Beck (Homburg, Saarl.)
1999 ”KÖRPER-LANDSCHAFTEN” in der Kanzlei Wellmann, Sindelfingen;
1999/2000 KĂ–RPER-SPRACHE-BABYLON, Galerie Sopper, Rothenburg o. d. Tauber.
2000 ”NEUE BILDER”, BLL, Bonn
2000 "KĂ–RPERKULT" , Torkel. Ăśberlingen
2001 "50 neue Arbeiten" , Möbelhaus Frey, Überlingen
2001 "PRIVAT" , Galerie Monika Beck, Homburg
2001 ”KÖRPER BLÜTEN” Uhldingen am Bodensee
2001 ”KÖRPER BLÜTEN Katholisches Bildungswerk Aach
2002 ”KÖRPER SIGNALE” – Managementzentrum Villingen
2002 ”KÖRPER KONTAKTE” – Kunstverein Löffingen, Städtische Galerie
2002 ”KÖRPER-GEFÜHL” Graf Zepplin-Haus, Friedrichshafen
2002 FARBE LICHT KĂ–RPER Michaeliskirche, Erfurt
2003 SOMMERAUSSTELLUNG Kulturzentrum “Alte Kirche”, Volkertshausen
2003 “KREUZ” Gnadenkirche Allensbach
2004 ENGEL, BABYLON UND...” Allensbach, Gnadenkirche
2004 (mit Annette Jaus) SKULPTUREN UND BILDER, Bagnato-Galerie Konstanz
2006 PAARE , Klinikum Konstanz
2006 KÖRPERSPRACHE Städtische Galerie Engen
2006 KĂ–RPERKONTAKTE Stuttgarter Akademie fĂĽr Psychoanalyse
2009 FIGUREN PAARE BEZIEHUNGEN Universitätsklinikum Tübingen
2009 GRUPPENAUSSTELLUNG Bagnato Galerie Konstanz

Beschreibung

In vielen Bildern der modernen Kunst - auch in meinen -werden Zerfalls- und Zerstörungsprozesse nachgezeichnet. Aber das Ziel des Künstlers besteht nicht darin, diese Tatsachen, das Negative, zu verabsolutieren. Eigentlich geht es - glaube ich - überhaupt nicht um Zerfall und Zerstörung. Das Chaos ist nur der Ausgangspunkt. Für mich besteht der Sinn der Kunst darin, dass sie uns eine Ahnung vermittelt von etwas Anderem. Sie will uns zeigen, dass die Prozesse ins Negative nicht das Letzte sind. Am Ende steht immer ein Bild, also etwas Komponiertes, etwas in sich Lebendiges, etwas Neues.


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Kritiken

Vielleicht ist Piels experimentelles Kunstverständnis dem des romantischen Dichters Novalis verwandt: Es sei verkehrt, sagt Novalis sinngemäß, der Natur etwas entgegensetzen zu wollen. Es gehe vielmehr darum, von ihr zu lernen, genau zu beobachten, wie sie vorgeht, wenn sie Neues schafft, welche Methoden und Tricks sie dabei anwendet. Um sich dann unermüdlich darin zu üben, es zu machen wie sie. 

In diesem Sinne agiert Piel im Schaffensprozess zurückhaltend. Er tritt nicht als jemand auf, der dem Material seinen Willen aufzwingt, sondern versteht sich - philosophisch gesprochen - als Teil des Kräftespiels der Natur, als Teil jener Kraft, die nichts Bestimmtes will und ständig Neues schafft - um es sehr frei nach Goethe zu sagen. Gerade durch dieses scheinbare Zurücktreten und sich Zurücknehmen, das ja eine sehr aktive Einstellung ist, eine ganz bestimmte Art, mit dem Material umzugehen, hat Piel seine künstlerische Handschrift gefunden, eine Form, in der sein Talent sich optimal aussprechen und ausleben kann.

Wie zum Anbeginn der Welt geht bei Piel alles aus dem Chaos hervor, entlässt der Bilduntergrund erst nach und nach aus sich Strukturen, Zeichen und Symbole. Unbekümmert um Traditionen arbeitet Piel mit Vorliebe auch mit Farben und Flüssigkeiten, die für Papierarbeiten ursprünglich gar nicht gedacht waren. Ihre aggressiven Wirkungen sieht man dem Untergrund manchmal an. Es ist, als zeige er Spuren der Auseinandersetzung, des Leidens. 

Fast möchte man sagen, Piel arbeitet als Maler ein wenig wie ein Bildhauer. Das dünne Papier und die fließende Farbe werden unter seinen Händen plastisch, gewinnen Höhe und Tiefe, ziehen sich zusammen und breiten sich aus. Die zahlreichen Arbeitsschritte überlagern sich und türmen sich gewissermaßen tektonisch auf dem Maluntergrund auf. Die fertigen Bilder tragen die Folge der Arbeitsgänge noch als gespeicherte Erfahrung in sich - wie die im Laufe des Lebens gespeicherte Erfahrung eines Menschen. Jedes Bild hat so eine ihm eigene Geschichte. 
(Dr. Eva Tschurenev)






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