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Schuld sind immer die Anderen

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Land: Deutschland  Jahr: 2011

freigegeben ab : 12 Jahre

Beschreibung

Der rund 20-jĂ€hrige Ben ist einer, der zuschlĂ€gt, auch wenn sein Opfer bereits am Boden liegt. Nach mehreren ÜberfĂ€llen landet er im Jugendknast. Obwohl er keine Reue zeigt, bietet ihm sein Sozialarbeiter Niklas die Chance auf einen Neuanfang. Ben wechselt daraufhin in eine sozialtherapeutische Einrichtung des freien Vollzugs. Im „Waldhaus" gibt es weder ZĂ€une noch Mauern, dafĂŒr aber einen straffen Tagesablauf mit zahlreichen Regeln fĂŒr die sieben jungen StraftĂ€ter, die hier untergebracht sind. In den regelmĂ€ĂŸig stattfindenden Therapiesitzungen soll Ben ganz allmĂ€hlich lernen, nicht sofort auszurasten und sich selbst mit Distanz zu betrachten. Nach ein paar Wochen kehrt Niklas' Frau Eva, die Leiterin des Waldhauses, in die Einrichtung zurĂŒck. Sie musste sich mehrere Wochen lang einer Kur unterziehen, nachdem sie auf nĂ€chtlicher Straße ĂŒberfallen worden war und dabei ihr ungeborenes Kind verlor. Ben erinnert sich...
Regisseur Lars Gunnar Lotz und die Drehbuchautorin Anna Maria Praßler ließen sich bei ihrer Filmidee vom baden-wĂŒrttembergischen „Seehaus Leonberg" inspirieren, das mit seinem ausgefeilten Regelwerk und den psychologisch fundierten Ritualen wichtige Anregungen lieferte. Sie transferieren den dort praktizierten Resozialisierungsansatz konsequent auf ihre frei erfundene Geschichte, in der sie fĂŒr eine letzte Chance fĂŒr den TĂ€ter plĂ€dieren, die seelischen Nöte des Opfers aber in keinster Weise außer Acht lassen.
Lars Gunnar Lotz lieferte mit diesem seinem Abschlussfilm im Fach Regie an der Filmakademie Baden-WĂŒrttemberg eine exzellente Inszenierung ab, die insbesondere durch die ausgezeichnete Leistung des Hauptdarstellers ĂŒberzeugt. Der spielt den Ben so authentisch zwischen kaum noch kontrollierbarer AggressivitĂ€t und grĂ¶ĂŸter BestĂŒrzung ĂŒber die eigene Schuld, dass sich der Zuschauer mitunter fragt, ob es sich hier um einen Spiel- oder um einen Dokumentarfilm handelt. Der Film erhielt konsequenterweise eine ganze Reihe von Preisen: den Publikumspreis in Ludwigshafen, den Preis als bester Jugendfilm in Cottbus, den Nachwuchspreis fĂŒr die beste Regie in Hamburg, den SchĂŒlerbiber in Biberach sowie drei Preise auf dem Filmfest in Emden. Hauptdarsteller Edin Hasanovic wurde darĂŒber hinaus auf dem Filmfestival in Sao Paulo als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.
(Quelle: kinowaldhorn.de)



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